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Dienstag 9. August 2011 / swissscae

Schweizer Barista Meister an den Weltmeisterschaften in Maastricht und Bogota

Communiqué des Swiss SCAE

Die Barista und Cup Tasting Weltmeisterschaften 2011 in Bogota und Maastricht sind aus Schweizer Sicht enttäuschend verlaufen. So enttäuschend, dass weder die Teilnehmer noch deren Teammitglieder noch der Vorstand des Swiss SCAE gegenüber den Schweizer Mitgliedern der SCAE bis heute dazu öffentlich Stellung genommen haben.

Seither haben sich einige Schweizer Mitglieder des SCAE Gedanken gemacht, warum unsere Schweizer Barista Meister in den letzten Jahren international keine bedeutende Rolle spielen. Und auch in den Vorjahren gab es intensive und gut besuchte Nachbesprechungen der Weltmeisterschaften zu diesem Thema.

Die individuellen Fehler, Versäumnisse und Schwächen der Schweizer Meister in den verschiedenen Wettbewerben sind bekannt, jedoch keinesfalls der springende Punkt in dieser Diskussion. Vielmehr erweisen sich viel generellere Defizite als ausschlaggebend, die unsere gesamte Schweizer Barista Szene betreffen.

Neben der Herausforderung auf Englisch eine lockere und informative Show zu bieten wird von den aller meisten Kommentatoren bemängelt, dass es an Rohkaffee Wissen sowie an Regelkenntnis und deren Auslegung mangelt. Wohlgemerkt ist insbesondere das Rohkaffeewissen weder bei Schweizer- noch Weltmeisterschaften von den teilnehmenden Baristi selbstständig einzufordern. Vielmehr müssen in Zukunft diejenigen mit Spezialkenntnissen im Rohkaffee den Baristi und den Zuständigen im Swiss SCAE ihre Bereitschaft signalisieren, dass sie ihr Wissen einbringen möchten. Die Baristi ihrerseits müssen sich den Spezialisten ö ffnen und deren Beratung annehmen.

Aufgabe des Swiss SCAE Vorstands wird es sein, diese beiden Gruppen zusammenzuführen.

Grundlage für ein sehr gutes Abschneiden an den Weltmeisterschaften ist neben der Kenntnis vor allem die richtige Interpretation des Reglements. Mit Daniel Heiniger und Gloria Pedroza ist die Schweiz seit zwei respektive einem Jahr unter den Weltmeisterschaftsjuroren vertreten. Dennoch halten wir Schweizer und Mitteleuropäische Juroren weiterhin für unterrepräsentiert und zu wenig richtungsbestimmend. Es wird Aufgabe des Swiss SCAE sein, den Einfluss Schweizer Juroren in den nächsten Jahren international zu verstärken. Dies ermöglicht uns näher am Puls der Zeit zu sein und wertvolle Insider Informationen an unsere Schweizer Meister weitergeben zu können.

Trotz der willkommenen kritischen Anmerkungen von Schweizer SCAE Mitgliedern und der durchaus kritischen Bewertung der Resultate durch den Vorstand des Swiss SCAE dürfen wir dennoch nicht vergessen, dass unsere Schweizer Meister, deren Teams und Sponsoren enorm viel Zeit und Geld investiert haben, um an den Weltmeisterschaften bestehen zu können. Sie haben – neben Beruf und Familie – ausserordentliches geleistet, und Ihre Enttäuschung über die schlechten Resultate ist sicherlich am grössten. Der olympische Gedanke muss zählen, und mit ein wenig Abstand überwiegt der Stolz die Schweiz an einer Weltmeisterschaft repräsentiert zu haben und einmalige Erfahrungen gemacht zu haben. Euch allen gebührt Dank für Euren Einsatz und wir freuen uns, Euch an den Schweizer Meisterschaften 2012 wieder begrüssen zu dürfen.

Das Vorstand des Swiss SCAE

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