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Cappuccino Geschichte

Wer hat den Cappuccino erfunden

Bei allem Respekt: Ricola war es nicht. Im Ernst: Beim beliebten Milchschaumkaffee kennt man den Erfinder nicht mit Namen. Aber es ranken sich spannende Geschichten um den beliebten Milchschaum-Kaffee.

Die Frage nach dem Ursprung des Cappuccino wird nördlich und südlich der Alpen unterschiedlich beantwortet. Für Italienerinnen und Italiener ist und bleibt Cappuccino eine italienische Erfindung (wie die Pasta, die Marco Polo von Venedig nach China brachte – oder war es umgekehrt?) Im deutschsprachigen Raum dagegen herrscht die Überzeugung vor, Cappuccino stamme aus Wien. Dort hiess er ursprünglich «Kapuziner» und war eine Top-Order in Wiener Kaffeehäusern. Edmund Mayr, Leiter des Wiener Kaffee-Kompetenzzentrums und Kurator des Wiener Kaffeemuseums, vermutet, dass ihn österreichische Soldaten, die in Österreichs norditalienischen Provinzen stationiert waren, während des ersten Weltkriegs nach Norditalien brachten. Triest, noch heute wichtigster Kaffeehandelsplatz Italiens, gehörte bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zu Österreich-Ungarn.

Einig ist man sich jedoch, dass die Milchschaum-Idee von den Italienern stammt, denn die Wiener servierten ihren Kapuziner mit «Schlagobers». Die geschäumte Kapuziner-Variante entstand in Italien am Anfang des letzten Jahrhunderts, als Espressomaschinen mit Dampfdruck aufkamen. Zu diesem Zeitpunkt taucht das Wort Cappuccino im italienischen Sprachgebrauch erstmals auf. Den Nachweis erbrachte der italienische Sprachforscher Alfredo Panzini, der sein Leben lang neue Wörter im italienischen Sprachgebrauch dokumentierte. Er führte «Cappuccino» als neuen Dialektausdruck mit regionaler Verwendung auf das Jahr 1918 zurück. 1950 vermerkte er – Cappuccino war nun als offizielles italienisches Wort akzeptiert – Cappuccino würde eher an der Bar als zu Hause getrunken.

Die Cappuccino Legende

Aber Legenden datieren die Entstehung des Cappuccino in eine viel frühere Zeit. In Italien erzählt man vom selig gesprochenen Marco d’Aviano, einem italienischen Kapuziner Mönch. Dieser fand, als er vor den Toren Wiens in der Schlacht gegen die Ottomanen kämpfte, einige Kaffeesäcke, welche die fliehenden Belagerer  zurückgelassen hatten. Mit dem erbeuteten Kaffee soll er den ersten Cappuccino hergestellt haben. In Österreich erklären die Legenden, welche Anspielungen das Wort «Kapuziner» resp. «Cappuccino» macht. Die Einen meinen, es sei die braune Farbe der Ordenskluft der Kapuziner Mönche, und Andere sagen, die Tonsur – der kahl rasierte, nur von einem braunen Haarkranz umgebene Kopf geistlicher Würdenträger – sei gemeint. Wen wundert es bei dieser Definitionsvielfalt, dass der Cappuccino auch heute noch variiert und immer wieder neu erfunden wird? Auch wenn es keinen offiziellen Erfinder gibt, so kann man wenigstens den Namen des heute wichtigsten Cappuccino-Experten nennen: den englischen Geschichtsprofessor Jonathan Morris.

» mehr unter: www.cappuccinoquests.org.uk